Über Julia Lindenthal

Architektin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Österreichischen Ökologie-Institut, Gesellschafterin von pulswerk, Wien

ReHABITAT-ImmoCHECK+

ReHABITAT-ImmoCHECK+  (ein Folgeprojekt von ReHABITAT) entwickelt die Grundlagen eines gender- und alterssensiblen Werkzeugsets, mit dem das Entwicklungspotential von unterbelegten oder leerstehenden Einfamilienhäusern (EFH) hin zu nachverdichtenden, innovativen Wohnformen dargestellt und bewertet werden kann. Dazu wird untersucht, wie neben objektrelevanten Daten auch Wohnbedürfnisse erfasst werden können, um dann die spezifischen Entwicklungspotentiale des jeweiligen EFH verständlich und inspirierend darzustellen und eine Basis für weitere Planungsschritte zu schaffen. Die um das Entwicklungspotential erweiterte Gebäudebewertung liefert eine gender- und alterssensible Entscheidungshilfe für die Kreditvergabe durch Banken zu liefern. Bisher wurde die durch gemeinwohlorientierte Nachverdichtung erreichte Wertsteigerung eines EFH in finanziellen Bewertungsinstrumenten noch nicht berücksichtigt. Da vor allem Frauen und ältere Menschen nach herkömmlichen Kriterien die Kreditwürdigkeit schwer erfüllen, außerdem als weniger technikaffin wahrgenommen werden, sind gender- und altersrelevante Faktoren in diesem Vorhaben von hoher Relevanz. Die an die Werkzeuge gestellten Ansprüche sind in erster Linie der Einbezug der Lebensrealitäten der NutzerInnen (EFH-BesitzerInnen und an innovativen Wohnformen Interessierte) und eine niederschwellige Anwendung.

Die zentrale Forschungsfrage lautet:

Wie müssen Werkzeuge zur Darstellung des Entwicklungspotentials und der EFH-Bewertung konzipiert sein, damit sie niemanden von ihrer Nutzung ausschließen und von Frauen und Männern unterschiedlichen Alters gleichermaßen akzeptiert werden und ein aussagekräftiges Ergebnis liefern, das auch als valide Entscheidungshilfe zur Kreditvergabe dient?

Laufzeit: 07/2015 bis 12/2017
Projektpartner:
Bausparkasse der österreichischen Sparkassen AG
Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung, TU Wien
Gugerell KG
pulswerk GmbH
Constance Weiser – architope Netzwerk für nachhaltige Architektur

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Räume mit Qualität

Die Definition von „Raum“ ist vielfältig, der Begriff der Qualität detto. Doch spätestens wenn sie zusammengebracht werden geht es letztlich immer um dasselbe: um notwendigen Perspektivenwechsel, um Eigeninitiativen, um Engagement, um Partizipation. Lesen Sie das Destillat eines zweistündigen Gesprächs hier: Räume mit Qualität

Das im Oktober 2015 über Räume mit Qualität geführte Gespräch mit Michael Nußbaumer (http://www.kulturtransformation.net), Andreas Holzknecht (www.obhut.at) und Julia Lindenthal (www.ecology.at) wurde Ende Dezember im TAU – magazin für barfußpolitik veröffentlicht.

Vergangene und zukünftige ReHABITAT-Präsentationen

STEHT NOCH BEVOR

Das ist so manches in der pipeline, noch nix hochoffiziell…. Wird aber genau hier zu lesen sein. 🙂


IST SCHON VORBEI

Der dritte und letzte Streich der Veranstaltungsreihe „Nachverdichtung und Wahrheit – Leerstand und Wiederbelebung“, die von aip – architektur in progress organisiert wurde, fand am 15.11. 2016 im Architektur Haus Kärnten in  Klagenfurt statt. Beginn: 19:00 Uhr.

Juri Troy / juri troy architects war neben Julia Lindenthal (ÖÖI) und Markus Berchtold-Domig / heimaten der dritte im Bunde und zeigte mit wunderschönen Beispielen aus seinem Portfolio, dass „Sanierung – Einfamilienhaus – gemeinschaftliches Wohnen und neue Nutzungen in EFH“ nicht nur möglich sind, sondern sogar bestens zusammenpassen.


Vortrag
Recht auf Wohnen:  über die Projekte „HabiTAT“ und „ReHabitat“

Wann: Fr., 14. Oktober 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr
WO: Pressezentrum im Alten Rathaus, Hauptplatz 1, 4020 Linz

Zwei Gemeinschaftswohnprojekte wurden vorgestellt: habiTAT realisiert selbstverwaltete und solidarische Hausprojekte, die für jedeN leistbar sein solllen. ReHABITAT hat das Ziel, Ein- und Zweifamilienhäuser zu alters- und gendergerechten Mehrpersonenhäusern umzufunktionieren.

ReferentInnen:

  • DIin Julia Lindenthal (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Österreichischen Ökologie-Institut und Leiterin des Projektes ReHABITAT) sowie
  • Florian Humer und Elisabeth Stockinger von Willi*Fred.

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Am 27.9.2016 fand die zweite von aip (architektur in progress)  organisierte Veranstaltung zum Thema „Nachverdichtung und Wahrheit – Leerstand und Wiederbelebung“  im Büro von querkraft am Börseplatz in Wien statt. Diesmal ergänzten Martin Josst / Delugan Meissl Associated Architects, Christian Prasser / cp architektur, und Philip Tschofen / propeller z die Vorträge von Markus Berchtold-Domig / heimaten und Julia Lindenthal (ÖÖI)


Der Startschuss zur dreiteiligen von aip (architektur in progress)  organisierten Veranstaltung „Nachverdichtung und Wahrheit – Leerstand und Wiederbelebung“ fand am 13.09.2016 im werkraum in Andelsbuch, Vorarlberg statt.

Vortragende waren: Julia Kick, Thomas Mennel / memux und Georg Bechter / Georg Bechter Architektur + Design, Markus Berchtold-Domig / heimaten sowie Julia Lindenthal / Österreichisches Ökologie-Institut (ÖÖI)

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Auf der Leader-GV in Hollabrunn am 09.03.2016 hielt Julia Lindenthal ebenfalls einen Vortrag und diskutierte im Anschluss an die Veranstaltung noch mit dem ein oder anderen der rund 20 anwesenden Bürgermeister…gruppenbild-mit-buergermeistern


Am Freitag den 29.1. 2016 war Julia Lindenthal zu Gast bei der Podiumsdiskussion: “Besser abreissen?” , das Abschlussevent der Bauz 2016, dem Wiener Kongress für zukunftsfähiges Bauen, der unter dem Motto „Neues von alten Häusern“ stand. http://www.bauz.at/


Anfang Juli wurde ReHABITAT im Rahmen des Workshops „The Housing and Family Dynamics“ auf einer internationalen Konferenz, der European Network for Housing Research (ENHR) in Lissabon vorgestellt.  http://www.enhr2015.com/

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Fazit: es gibt noch VIEL zu tun, auf europäischer Ebene…..


Schon zwei Wochen später war „ReHABITAT“ beim Landinger Sommer in Hinterstoder: http://www.landinger-sommer.at/themen.html. Die Gemeinde ist in Sachen Nachhaltigkeit  ja bekannterweise bereits in vielerlei Hinsicht sehr engagiert. Auch die Mehrpersonenhaus-Idee wurde sehr positiv aufgenommen und angeregt diskutiert. Abn dieser Stelle nochmal vielen Dank an die Initiatoren für die Einladung!


Im September 2015 schließlich wurde ReHABITAT auf Einladung des ORTE Architekturnetzwerks Niederösterreich bei der Bau und Energie‘ – Veranstaltung ‚Gemeinsam statt einsam‘ am 26. September 2015 im Rahmen der Messe Wieselburg vorgestellt:
http://www.orte-noe.at/event.php?item=9232

Es tut sich was im Land!!

Veranstaltungsnachlese

Am 24.6. 2015 wurden die Ergebnisse der zweijährigen Forschungsarbeit im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung präsentiert. Das zahlreich erschienene Publikum, das  – gut durchmischt – aus privatem Interesse, beruflichem Interesse und öffentlichem Interesse der Einladung gefolgt war, spiegelte in perfekter Weise genau die Zielgruppen wider, die von der ReHABITAT – Idee angesprochen werden sollen.

Das abwechslungsreich gestaltete Programm bot neben dem fachlichen Input auch viele  Möglichkeiten zur Beteiligung, dank der humorvollen Moderation von Michael Nussbaumer gab es aber auch einiges zu lachen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei allen Beteiligten für Ihr Engagement und die schönen Feedbacks, die wir erhalten haben!

Ebenso bedanken wir uns nocheinmal beim Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich, respektive bei Fr. Susanne Formanek, die uns freundlicherweise Raum und Buffet zur Verfügung gestellt hat!

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Projektbeschreibung ReHABITAT

Ausgangslage / Problemstellung

Drei Viertel aller Gebäude Österreichs sind Ein- und Zweifamilienhäuser (EFH und ZFH), in denen derzeit 58% aller Menschen leben. Der Flächenverbrauch ist enorm, der Sanierungs- und Revitalisierungsbedarf des Bestandes ist hoch. Bedingt durch Landflucht, den Wandel der Familie und der Lebensstile werden immer mehr EFH von Einzelpersonen bewohnt. Dies bringt oft soziale Vereinsamung und meist auch finanzielle Probleme mit sich, die zusätzlich durch Sanierungsbedarf verschärft werden. Davon sind besonders Frauen betroffen. Am Land fehlt es außerdem an genügend adäquatem und leistbarem Wohnraum, um neue Formen des Zusammenlebens, Startwohnungen oder betreutes Wohnen zu ermöglichen.

Deswegen wurde im Rahmen des Forschungsprojekts ReHABITAT untersucht, wie Einfamilienhäuser zu Mehrpersonenhäusern weiterentwickelt werden können.

Unter einem Mehrpersonenhaus verstehen wir ein Haus, in dem mehrere Personen in einer Hausgemeinschaft leben, die nicht unbedingt einer Familie im engeren Sinne angehören (im Unterschied zum Mehrfamilienhaus). Wichtig bei diesem Ansatz von „innerer Nachverdichtung“ im besten Wortsinn ist außerdem, dass die Kubatur des Bestandsgebäudes nicht maßgeblich vergrößert wird und auch keine zusätzlichen Grünflächen dafür verbaut werden.

Für die Untersuchung wurden folgende 4 Gebäudetypologien der 50er bis 90er Jahre ausgewählt: Siedlungshaus, Bungalow, Landhaus und Zweifamilienhaus.

Ablauf

Nach einer umfassenden Literatur- und Projektrecherche zu zahlreichen Themen und Bereichen, welche die Aufgabenstellung tangierten, hielten wir am 29.11.2013 mit AlltagsexpertInnen[1] eine Gruppendiskussion in Kleingruppen ab. Dafür suchten wir Personen verschiedenen Alters und Geschlechts, die sich an der Idee eines gemeinschaftlichen Wohnens im vormaligen Einfamilienhaus stark interessiert zeigten.

Ziel war es, die Bedarfe und Bedürfnisse von HausbesitzerInnen zu erheben.

Diesem Termin gingen weitere Vorarbeiten und eine FachexpertInnen-Runde mit ExpertInnen aus den Bereichen Architektur, Recht, Sozialwissenschaft, Raum- und Regionalentwicklung, Energieberatung, Dorferneuerung und Bankenwesen voraus.

Ergänzend interviewten wir weitere Personen (Alltags- wie auch FachexpertInnen), um bestimmte Fragen vertiefend behandeln zu können.

Die Interviews wurden transkribiert und qualitativ ausgewertet, wobei Aussagen zu thematischen Kategorien zusammengefasst und danach interpretiert wurden. Die Auswertung der Interviews zeigt klar auf, welche Themen besondere Aufmerksamkeit benötigen.

[1] AlltagsexpertInnen nennen wir die EinfamilienhausbesitzerInnen bzw. -bewohnerInnen sowie die an der Thematik des Wohnens im Mehrpersonenhaus interessierten Menschen

Am häufigsten genannte Bereiche der FachexpertInnen und in der Gruppendiskussion

Sowohl die Fach- als auch die AlltagsexpertInnen in der Gruppendiskussion sprachen von sich aus soziale Aspekte des Zusammenwohnens am häufigsten an. Kosten und rechtliche Fragen standen bei den FachexpertInnen an zweiter Stelle, bei den HausbesitzerInnen jedoch erst an dritter nach der Wahrung/Ausgestaltung des privaten Bereichs. Themen, die in den Diskussionen hingegen nur wenig angesprochen wurden, waren Betreuung und Pflege, der Garten und Fragen der Energieeffizienz.

Parallel zu den Interviews und Gesprächsrunden wurden die vier Gebäude ausgewählt, die auf ihre Einsatzmöglichkeiten im Sinne der ReHABITAT-Idee untersucht werden.

Entwurfsphase

Die Pläne und Fotos, sowie das notwendige Hintergrundwissen zu konkreten Häusern, die einer der ausgewählten Typologien entsprechen, wurden dem Projekt dankenswerterweise von HausbesitzerInnen zur Verfügung gestellt. Es handelt sich also um reale Häuser, allerdings sind die den Entwürfen zugrunde liegenden Szenarien, rein fiktiv.

Basis für die Entwurfsideen waren die ausgewerteten Interviews, in denen die Bedarfe und Bedürfnisse von HausbesitzerInnen, sowie die Qualitätsmerkmale aus Sicht unterschiedlichster FachexpertInnen erhoben worden sind.

Darüber hinaus liegen den Entwürfen drei Parameter zugrunde, die je nach Kombination untereinander unterschiedlichste Varianten ergeben:

  • Gemeinschaftsgrad: Er reicht von komplett separaten Wohneinheiten bis zur Wohngemeinschaft (WG) in der bis auf die privaten Zimmer sämtliche Räume gemeinschaftlich genutzt werden
  • Eingriffsaufwand:
    – Minimaleingriff der mit vorhandener Substanz auskommt und bei der maximal nichttragende Wände entfernt werden
    – etwas größerer Eingriff, wenn für die Realisierung der Idee vielleicht neue Decken- oder Wandöffnungen notwendig sind – z.B. wenn die Raumhöhe nicht ausreicht, und die Decke zum Dachstuhl hin geöffnet wird…)
    – umfassender Um- und Ausbau, bei dem unter Umständen der gesamte Dachstuhl neu errichtet wird oder zumindest teilweise angehoben wird, um das Dachgeschoss besser nutzbar zu machen bzw. auch mal eine weitere Stiege dazugestellt wird.
  • Zielgruppenorientierung (zB. Startwohnungen, Familienwohnungen, betreutes Wohnen, Wohnungen für AlleinerzieherInnen, etc.)

 

Neben dem reinen Wohnen (in unterschiedlichem Gemeinschaftsgrad) wurden außerdem weitere Nutzungsmöglichkeiten und Funktionen berücksichtigt:

Wohnen + Arbeiten
Wohnen + Gewerbe
(zb Kombi mit Cafe, Fitness, Massage, Laden, Kreativwerkstatt etc.)
Wohnen + öffentlicher Sozialraum (zB mietbarer Raum, Krabbelstube, Mütterberatung, Tagescafe, Seniorentreff etc.) oder öffentliche Einrichtung

 

„Beiwerk“

Parallel zu den Entwürfen wurden die haustechnischen Herausforderungen, die rechtlichen und finanziellen Erfordernisse und Möglichkeiten sowie Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Zielgruppen herausgearbeitet. Eine umfassende Sammlung von Mutmachbeispielen kam ebenfalls noch dazu.

Das ReHABITAT Handbuch steht nun unter der Rubrik „Aktuelles“ zum download zur Verfügung.