Mit wem möchte ich in einer Hausgemeinschaft zusammenwohnen?

Die Diskussionen im Rahmen der Gruppendiskussion entspannen sich vor allem an zwei Strängen:

  1. Frage nach der geeignetsten Alterskombination
  2. Vor- und Nachteile vom Zusammenwohnen innerhalb des Familienverbandes / mit familienfremden Personen

Mehrgenerationenwohnen, sei es im engeren Familienverband oder auch nicht, kann unterschiedlichst gestaltet sein. Dennoch fällt den meisten zum Thema „gemeinsam Wohnen“ nur die Kombination Jung- Alt ein.

Die Erfahrungen der Interviewten zeigen viele Konflikte im familiären Zusammenwohnen – trotzdem wird Wohnen mit Verwandten gegenüber Wohnen mit befreundeten, bekannten oder auch fremden Personen oft bevorzugt.

Die Angst „Fremde ins eigene Haus hereinzulassen“ ist groß. In den Diskussionen stellte sich jedoch heraus, dass sich die Befürchtungen durchaus die Waage halten mit den Vorteilen, die sich beim Wohnen mit Nichtfamilienangehörigen durch eine bessere Abgrenzungsmöglichkeit voneinander ergeben.

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Bindung ans Haus

Das Auswertungsergebnis bestätigt:

Die Bindung an das Haus ist für viele Menschen sehr intensiv, vor allem wenn das Haus selber erbaut wurde oder wenn man dort aufgewachsen ist. Das eigene Haus mit jemandem zu teilen ist emotional schwierig – noch schwieriger ist es, in einem anderen Haus im Ort zusammenzuziehen und das eigene Haus dann täglich sehen zu müssen. Weitere interessante Aspekte sind:

  • Bei Häusern, die gebraucht gekauft wurden, ist diese Bindung oft weniger stark.
  • Auch bei MieterInnen kann ein Gefühl der Identifikation mit dem Haus entstehen, wenn das Zusammenwohnen gut funktioniert.
  • Im Unterschied zur Bindung an das Haus erscheint die Bindung an den Ort als nicht so stark.

Einer sozialen Einbindung in die Umgebung wurde nur in der FachexpertInnen-Runde Gewicht gegeben.

Einstellungen zum gemeinsamen Wohnen

Die Einstellungen zum gemeinsamen Wohnen sind ein Knackpunkt. Eindeutige Vorteile werden in der erhöhten Lebensqualität gesehen, die sich durch gemeinsame, arbeitsteilige Erledigung von Haus- und Gartenarbeit ergeben, durch die Möglichkeit der hausinternen Unterstützung oder der Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung von Geräten, Dienstleistungen und Autos. Dadurch erhöhen sich idealerweise nicht nur die sozialen Kontakte, sondern auch das Sicherheitsgefühl, und ein Wir-Gefühl kann leichter entstehen. Auf der anderen Seite besteht die Angst vor zu viel Nähe, vor dem Verlust an Privatsphäre und vor den Risiken des Zusammenwohnens (Ruhestörung, Streit, Unordnung, etc.) Interessant ist die Tatsache, dass sich vor allem Frauen 50+ für eine grundsätzlich positive Haltung zur Gemeinschaft stark gemacht haben.

Parameter für eine gute Hausgemeinschaftsbildung

Vorab zu treffende Regelungen sind sinnvoll, vor allem wenn man sich in ein Mietverhältnis begibt. Ganz besonders aber sollten Kommunikationsregeln und Vorschläge für das methodische Vorgehen der Regelformulierung/-findung gegeben werden und auf die notwendige Balance zwischen Eigenverantwortung und Vorgaben hingewiesen werden. Hier könnten auch für manche schwierig zu kommunizierende Themen angeführt werden, wie Privatsphäre etc.